Tipps für Entwickler

Hier auf der Seite findest Du Tipps und Informationen rund um berufliche Aspekte als Entwickler jenseits der Technik. Das reicht von Selbst-Marketing hinzu der Jobsuche, natürlich jenseits des Blablas von zieh sauber Kleidung zum Bewerbungsgespräch an.

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Letzte Aktualisierung: 11.4.18

Bewerbung

Der Bewerbungsabschnitt ist nicht meine Wunschvorstellung, sondern bildet die Erfahrungen des Status Quo ab. Leider. Nicht alles ist sinnvoll, aber aktuell usus. Wenn Du jetzt schnell auf der Suche bist, wirst Du das Speil vermutlich mitmachen müssen. Wenn nicht, dann stehen dir noch andere Möglichkeiten zur Verfügung über die wir im Abschnitt Selbst-Marketing sprechen werden.

Die Vorauswahl

Die Unternehmen können nicht jeden einzelnen Bewerber einladen. Je nach Stelle werden sie mit Bewerbungen überhäuft, egal ob direkt oder über Headhunter.

Nicht alles trifft immer und auf jedes Unternehmen zu. Konzerne können anders agieren als kleine Startups. Beim Startup ist es tödlich, wenn der Neue das Toolset nicht ordentlich beherrscht oder persönlich nicht ins Team passt. In Konzernen dagegen fällt dies nicht so ins Gewicht.

Stichwortsuche

In einem der ersten Schritte wird deshalb oft eine Stichwortsuche als Filter genutzt.

Wenn das Unternehmen, z.B. einen Dev sucht der Laravel beherrscht, wird als erstes im CV nach Laravel gesucht. Wenn es nicht gefunden wird, ist die Bewerbung ausgeschieden.

Dabei ist unerheblich ob Du es lernen kannst oder nicht. Ebenfalls auch wer aussortiert (auch Devs machen dass, nicht nur HR).

Natürlich gibt es hier Abweichungen. Wenn das Unternehmen relativ wenige Bewerbungen erhält, könntest Du trotzdem weiterkommen. Ebenfalls, wird hier vielleicht ein Auge zugedrückt, wenn es sich um eine Juniorstelle handelt.

Erwähne die Technologien in jeder Stufe im CV. Beachte auch die Schreibweise. So albern es klingen mag, aber ein non-Dev Recruiter wird genau in der Schreibweise suchen, wie es im eigentlichen Gesuch steht. Wenn dort nach Java Skript gesucht wird, dann sucht er danach im CV und wird dein Javascript nicht finden. Geschweige denn wissen, ob es das gleiche ist.

Plausibilität

Dein CV, vor allem die letzten Jahre, werden auf Plausibilität geprüft. Wenn das Unternehmen, z.B.: einen Laravel Experten sucht, deine letzte praktische Erfahrung damit aber 3 Jahren her ist, dann wirst dein CV in der Runde rausfliegen.

Je mehr ein Experte in einem bestimmten Feld gesucht wird, desto mehr wird auf aktuelle Praxis geschaut. Wenn die nicht in deinem CV ersichtlich ist, dann Tschüß.

Achte darauf, dass dein Expertenstatus auch per Scan ersichtlich ist.

Selbst-Marketing

In dem Abschnitt geht es um das Thema Wie vermarkte ich mich als Entwickler, damit ich nicht dem schrecklichen Bewerbungsprozess unterliege.

Marketing ist nicht böse, zumindest nicht, wenn wir uns von dem üblichen Geplärre verabschieden. Viel mehr geht es bei unserem Marketing um Beziehungen auf Augenhöhe. Du bietest Mehrwert in Gesprächen und baust Verbindungen auf. Offen, ehrlich und langfristig gedacht.

Sei keine Ware

Entwicklerwissen ist wichtig, um die grundlegende Arbeiten zu erledigen. Sie helfen dir aber nicht mehr alleine weiter, wenn es um Themen wie Gehalt und Karriere gehen. Wenn du dich auf Basis deiner Programmiersprachen und Frameworks vermarktest, wirst Du als Ware wahrgenommen. PHP oder Java Entwickler kauft man wie Eier im Dutzend ein. Egal, ob dies nun Freelancer- oder Festanstellungseier sind.

Um hier wiederzukommen, musst du deinen Fokus erweitern. Denn Softwareentwicklung findet nicht im leeren Raum statt, sie hat immer einen Geschäftsbezug. Welche Möglichkeiten du hast, erfährst Du in diesem Abschnitt.

Spezialisierung und Positionierung - Mehr als Technik

Spezialisierung und Positionierung sind zwei Sichtweisen auf dasselbe Thema.

Positionierung hilft dir bei anderen eher in Erinnerung zu bleiben, und zwar in dem es dich mit einem bestimmten Thema/Ding in Verbindung bringt. Das klingt auf den ersten Blick erstmal schlecht, weil keiner von uns in einer Schublade landen will. Allerdings sind wir eh bereits in einer Schublade, aber einer ziemlich großen. Das verhindert, dass andere uns weiterempfehlen können. Die Menge der Entwickler in der Kiste ist einfach zu groß.

Wenn du mit Spring Boot entwickelst, bist du automatisch in den Schubladen Java und Spring Boot. Beides noch ziemlich große Schubladen. Wie kann ich jetzt einen Kunden oder ein Unternehmen an dich weiterempfehlen? Bei der Größe wird mir dein Name im entscheidenden Moment nicht einfallen. Anders sieht es aus, wenn du noch einen zusätzlichen Fokus hast. Das können Branchenkenntnisse sein oder spezielles Fach- oder Prozesswissen. Vielleicht löst du auch auf ganz spezielle Art die Probleme, z. B. bist sehr schnell, lieferst extrem schnell Prototypen ab.

Was immer es ist, wenn es einen Mehrwert bringt, dann wird dein Name bei mir mit dem Ding verknüpft und fällt leichter als Empfehlung raus. Das funktioniert auch anders rum. Wenn du jetzt Spring Boot Entwickler in der Buchbranche wärst, fiel mir jetzt direkt ein mit wem ich doch zusammenbringen könnte.

Spezialisierung ist die Fähigkeiten und das Wissen das du in einem speziellen Bereich hast, z. B. Branchenkenntnisse im Buchhandel. Je mehr du dich in dem Thema auskennst, desto mehr Mehrwert jenseits der Technik kannst du Unternehmen in der Branche bringen. Du wärst also ein Java Entwickler mit Spezialisierung Buchbranche.

Der Unterschied zwischen Spezialisierung und Positionierung ist, dass Spezialisierung das eigentlich Wissen und die Tätigkeit ist und Positionierung die Außenwahrnehmung.

Positioniere dich als Experte

Wenn du dich für eine Spezialisierung entschieden hast, ist es an der Zeit, dich auch entsprechend ins Licht zu rücken. Dafür hilft du einen internen Leitspruch, der verdeutlicht, wem du hilfst und mit was.

Ich helfe X mit Y um Z.

Beispiele:

Ich helfe Verlagen in der Multi-Channeldistribution mit Typo3.

Ich helfe Tech-Startups Entwicklerteams aufzubauen.

Im nächsten Schritt geht es nun darum, deine Expertise auch ins rechte Licht zu stellen. Dazu verwendest du deinen Leitspruch bzw. Abwandlungen davon in deinen Xing und LinkedIn Profilen und natürlich auch auf deiner eigenen Webseite. Diese solltest du auch nutzen, um deine Expertise weiter zu untermauern, sei es durch Tutorials, Diskussion zu dem Thema, etc. und falls du bereits welche hast, auch Testimonials.

Egal über welchen Kanal dich nun ein potenzieller Arbeitgeber oder Kunde finden, er wird dich als Experten wahrnehmen. Und der Eindruck wird sich vertiefen, sofern auf allen Seiten die gleiche Botschaft von dir steht.